Strahlung & Umwelteinflüsse
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WIDERSTAND GEGEN INTELLIGENTE STROMZÄHLER. Wichtige Ergänzungen zu unserem Smartmeter Interview mit dem ORF Vorarlberg.

Ergänzung wichtiger fehlender Teile des Interviews mit Dietmar Hohn, wie kam es zum Interview und Infos zur Intitiative STOP Smartmeter auf www.stop-smartmeter.at. (Bildnachweis: ©ORF Vorarlberg)

SMARTMETER THEMA DREI
Vom Datenschutz und dem gläsernen Menschen!

OK, ich habe im Interview nicht vom gläsernen Menschen direkt gesprochen. Dennoch ist auch der Datenschutz ein zentrales Themen beim Smartmeter. Wer Stromverbrauchsdaten in die Hände bekommt und diese sinnvoll auswerten kann, kennt damit die Eckpfeiler des Lebens der Menschen im Haushalt.

Der Betreiber des Smartmeters, sprich das E-Werk, erhält diese Möglichkeit in jedem Fall. Wer der Stromanbieter ist, ist hierbei irrelevant. Bei uns in Vorarlberg ist es eben die VKW, in einem Bundesland die TIWAG oder die Salzburg AG, usw.. Der Stromanbieter kann via Verbrauchsdaten auslesen wenn ich zuhause bin, wenn ich zur  Arbeit gehe und wann ich heimkomme. Auch die Uhrzeiten der Bettruhe sind am Stromverbrauch erkennbar. Die Möglichkeiten daraus sind sehr vielfältig – neben dem Urlaub ist auch erkennbar ob die Wohnung nach geltendem Mietrecht genügend bewohnt ist. Wenn nicht, darf der Vermieter den Mietvertrag kündigen. Verbrauchsdaten geben ein klares Bild der Realität wieder – selbst welche Endgeräte und Gerätemarken in Verwendung sind könnte möglich werden – markentypischer Stromverbrauch.

Auch möglich – Stromabschaltung auf Mausklick von der Ferne aus. Mit dem Smartmeter erhält das E-Werk die elektrische Hoheit über jeden einzelnen Haushalt und über alle Verbrauchsdaten die das Smartmeter aufzeichnet. Vermutlich wird nur ein kleiner Teil dieser Daten dem Kunden zur Verfügung gestellt werden – der Teil von dem das E-Werk der Ansicht ist, hilfreich für den Kunden zu sein.

Beim Smartmeter sind nur 3 Dinge von Gewichtung: Daten, Daten und Daten.

Welche Gewichtung solchen Verbrauchsdaten zukommt, wird viel deutlicher wenn man bedenkt das Suchmaschinen wie Google bereit sind, Stromkosten zu übernehmen wenn im Gegenzug die Verbrauchsdaten des Smartmeters zur Verfügung gestellt werden.

Welche Macht reale Verbrauchsdaten in sich tragen ist den meisten Menschen noch gar nicht bewußt! Verbrauchsdaten lügen nicht, diese sind Fakt. Warum noch Umfragen durchführen, es kann eher mehr oder als weniger direkt aus dem Verbrauch abgeleitet werden. Angereichert mit demografischen Werten, Klickverhalten im Internet, Engagement in sozialen Netzwerken, Shoppen auf Amazon und besuchtenWebseiten – schon hat der Marketer vom Datenzentrum das ungefähre psychologische Profil vom Kunden X am Schirm.

 

BEISPIELE VERBRAUCHSDATEN ZUM MITMACHEN UND PROFILER’N

Betrachte die Grafiken und versuche diese interpretierend zu lesen. Es ist gar nicht mal so schwer.

Verbrauchsdaten Beispiel 1

links: Der Verbraucher geht um 3 Uhr zu Bett und schläft durchschnittlich 5 Stunden. Durchschnittlich sind 5 Stunden zu wenig Schlaf um ausgeruht zu sein, dies könnte auf eine mögliche Schlafstörung hindeuten, sofern sich dies über mehere Monate nicht verändert. Der Spitzenverbrauch um 2 und 3 Uhr, sollte dies kein Nachtstrom sein, deutlich auf Kochen hin – ansonsten Boiler heizen. Der etwas höhere Stromverbrauch ab 9 Uhr durchgehend deutet auf anwesende Personen hin.

rechts: Abwesend, geschätzt beruflich, von 8 bis 17 Uhr. Steht um 6 Uhr auf und verlässt um 8 Uhr das Haus. Da dies 9 Stunden sind geschätzte Arbeitsanfahrt von 30 Minuten zur Arbeit. 2 Stunden notwendig zwischen aufstehen und außer Haus – deutet auf Familie hin wenn alle zusammen das Haus verlassen. Niemand zuhause unter Tags. Spitzenwert um 17:30 sieht nach Herd/Kochen aus. Gegen 22 Uhr geht die Familie zu Bett. Werbeaktivitäten in diesem Haushalt sind nur zwischen 6 und 8 und 17 bis 21:30 sinnvoll. Unter Tags ist nie jemand zuhause.

 

Verbrauchsdaten Beispiel 2

Verbrauch deutet auf berufliche Nutzung hin, sofern der Stromvertrag auf eine Firma läuft. Falls Privatanschluss und vom Alter her passend wäre auch eine Studentenwohnung möglich durch die Abwesenheit an zwei Tagen pro Woche. An jedem Dienstag und Mittwoch ist in der Wohnung niemand anzutreffen.

 

Verbrauchsdaten Beispiel 3

Der Anschluss ist jeden Tag in Verwendung. Müsste ein privater Haushalt sein, als Firmenanschluss würden 2 Tage pro Woche sich stark verändern. 9. Januar 2019 war ein Dienstag. 19. Januar ein Freitag. Deutet auf einen Urlaub hin – eventuell Winterurlaub in Abhängigkeit zur Jahreszeit. Die signifikante Stromreduktion deutet auf einen Mehrpersonenhaushalt hin.

 

DIES KLINGT SEHR NACH FIKTION UND VERSCHWÖRUNG? AUFWACHEN!!!

Denn ich habe die Nutzungsdaten von Smartphone mit den ganzen geografischen Standarddaten und eingebauter Sensorik noch gar nicht berücksichtigt. Hier kurz mal eine Quizfrage: Was ist der ehrlichste Punkt oder Ort vieler (von immer mehr) Menschen täglich? Was glaubst du? Ganz einfach: Das Suchfeld deiner Suchmaschine im Internet. Du gibt im Klartext direkt das ein was dich in dem Moment interessiert. Und am anderen Ende – wer hört zu und verbindet die Suchanfrage mit deiner IP-Adresse? Klar oder?

Jedes Unternehmen das heute online erreichbar ist, nutzt das World Wide Web für besseren Service am Kunden. Im Hintergrund werkeln Analysesysteme um frühzeitig Nutzerverhalten und Nutzungsverhalten zu erkennen. Dies erfolgt für gewöhnlich anonymisiert und ist in Bezug auf Datenschutz harmlos. Dennoch wird damit die Effektivität einer zB. Werbestrategie erkennbar und schafft schlussendlich auch Arbeitsplätze wenn das Unternehmen damit auf das richtige Produkt setzt und Umsätze erzielt. Immer dran denken: Jedes Werkzeug kann auf zwei Arten genutzt werden!

Gerade beim Datenschutz ist es notwendig wieder mal einen Schritt zurückzutreten und das gesamte Bild zu betrachten. Verbrauchsdaten sind jetzt und auch zukünftig der direkte Weg in den Haushalt, in die Familie bis hin zum einzelnen Menschen. Verbrauchsdaten sind privat und müssen privat bleiben. Nur der Mensch selbst hat das Recht über seine eigenen Verbrauchsdaten zu entscheiden und zu bestimmen wer auf diese persönlichsten Daten Zugriff haben darf. In meinen Augen zählt das E-Werk nicht zu diesem Kreis vertrauter Menschen – doch diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.

Weiterführende Informationen sind auf www.stop-smartmeter.at zu finden.


 

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Dietmar

Dietmar ist der Baubiologe und Techniker von PROnatur24. Er befasst sich intensiv mit den Auswirkungen von Elektrosmog auf den Menschen und untersucht fortlaufend die Möglichkeiten technischer Abschirmung.

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