Strahlung & UmwelteinflüsseAus der Praxis

AUS DER PRAXIS: Wenn wir eine Richtfunkstrecke bauen » 5 GHz, 150 MBit/s, WDS-Bridging mit TP-LINK TL-WA7510N

What the Fuck oder auf gut deutsch „Heilige Scheiße“! Dies denkt sich wohl jeder augenblicklich wenn er hört das ein Baubiologe, so ein Strahlenjäger oder im Filmgenre genannt „WIFI-Ghostbuster“ selbst eine Funkstrecke für den Kunden aufbaut damit dieser Internetzugang bekommt. Nun, wir würden wohl das Gleiche denken, wenn es nicht wir selbst als PROnatur24 wären, welche diese WDS Funkstrecke aufgebaut haben, im Juli 2015.

Richtfunkstrecke (HF) mit 5 GHz vom Baubiologen

Als ich im April 2015 diese Anfrage erhielt, war meine erste Gegenfrage „Wissen Sie schon was wir machen? Das Thema von uns?„. Antwort: „Ja! Genau deshalb, Sie wissen wie das technisch funktioniert„. Wir vereinbarten dann einen Termin um die Anforderungen zu besprechen und ich beendete das Gespräch mit einem innerlichen Kopfschütteln. In einem hatte der Kunde recht, wir wissen wie die Technik funktioniert und haben durch unsere Messgeräte die Möglichkeit Strahlenbelastungen im Detail zu erkennen, allerdings damit auch die perfekte Funkabdeckung zu schaffen. Alles hat eben zwei Seiten.

Das Internet-Problem der Familie aus Vorarlberg

Der Wunsch zur Funkstrecke in einer Vorarlberger Gemeinde. Die junge Familie ist unglücklich über die bestehende Internetqualität. Beim Hausbau wurde auf eine Kabelverbindung (Telefon oder COAX) verzichtet, da es ja inzwischen gute und kostengünstige Alternativen dazu gibt übers mobile Internet. Nun ist das Haus gebaut und die Internet-Realität ist mit eingezogen. Das mobile Internet ist nicht ansatzweise zufriedenstellen. Mal schnell, öfters langsam, vor allem am Abend wenn „alle“ anderen auch DRIN sind. Und aufgrund dem USB-Stick, nur am Laptop verfügbar. Doch was tun mit dem Rest – Smartphone, Tablet, andere Rechner. Was also tun?

Kurzerhand zum Nachbarn – ist ja der eigene Vater bzw. Opa – und das WLAN vom DSL-Modem (hier ist ja ein Telefonanschluss gelegt) angezapft. Dummerweise reicht das WLAN nicht weit genug, muss es doch mehrere Zwischenwände im Haus durchstrahlen. Also WLAN-Repeater gekauft, in die Steckdose damit und die Freude ist sofort groß. Das WLAN reicht nun irgendwie bis zum eigenen Haus. Die Praxis zeigt dann jedoch nur ein sehr schwaches WLAN-Netz und zudem fortlaufend Abbrüche. Langsam gehen nun die Ideen aus und leider kann kein Bekannter helfen, ist das Ganze doch technisch komplex. Und jetzt im nachhinein ein Telefonkabel zu legen mit Grabarbeiten, Anschlusskosten usw. ist eben doch eher teuer und aufwendig. Es bleibt somit beim Wunsch und Familie setzt die Hoffnung erneut auf besseres mobiles Internet am stationären Rechner.

PROnatur24 im Einsatz in der Nachbarschaft

Die Familie erfährt im April 2015 das Strahlenjäger in der Nachbarschaft im Einsatz sind und kurzerhand entschieden sie sich, diese Funk-Ghostbusters um Hilfe zu bitten. So kam ich ins Spiel. Eine vor Ort Besichtigung zeigt mir die Problematik sehr deutlich, doch mein Rat war ein völlig anderer als gewünscht. Ich empfahl stattdessen einen Verbindungsgraben für ein Erdkabel zwischen beiden Häusern zu schaffen, idealerweise für eine Glasverbindung (LWL) oder alternativ ein CAT 5 oder CAT 7-Verlegekabel mit Blitzschutz auf beiden Seiten, schon alleine wegen der Strahlenbelastung bei permanenter Funkverbindung. Das NEIN dazu war sehr deutlich und so stimmte ich zu, eine Funkstrecke zu bauen unter der Voraussetzung das eine Zeitschaltuhr mit installiert wird, welche die Verbindung zwischen 22 Uhr und 8 Uhr auf beiden Seiten trennt. Weiters darf NIEMALS darüber gesprochen werden das PROnatur24 dies installiert hat. Das ich was völlig anderes im Sinn hatte, davon sprach ich zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht – manchmal ist es notwendig mit tatsächlichen Messwerten zu arbeiten.

Funktionsprüfung der Antennenpanele
Funktionsprüfung der Antennenpanele

Einige Wochen später war dann der Installationstermin – gestern, 18.07.2015. Geplant war ein provisorischer Aufbau der Funkstrecke mit der endgültigen Installation durch den Elektriker danach. Folgende Endgeräte kamen dabei zum Einsatz:

  • 2x TP-LINK TL-WA7510N
    Ein Wireless Access Point mit der Möglichkeit zur Bridge. 5 GHz statt 2,4 GHz, da dieses Band weniger häufig verwendet wird und zudem nicht die biologische Frequenz des menschlichen Körpers von 2,45 GHz stört. Die maximale Sendeleistung der Antenne liegt bei 15 dbi, was für eine Überbrückung von 1 bis 2 Kilometer reichen würde (bei direktem Sichtkontakt). Stromzuführung dieser Outdoor-Antenne erfolgt über PoE (Power over Ethernet).
  • 2x Brennenstuhl Mechanische Zeitschaltuhr MZ 20
    Eine Zeitschaltuhr in welcher das Netzteil der Panelantenne angeschlossen wird, Einstellung OFF von 22 Uhr bis 8 Uhr.

Vor dem Aufbau erklärte ich nochmals die Zusammenhänge von Gesundheit und Funkbelastung, weshalb die Zeitschaltuhr und warum grundsätzlich das Erdkabel die richtige Wahl wäre. Nach wie vor stand der Aufwand dagegen und ich schloss den ersten Aufbau ab. Wie geplant war die Funkstrecke sehr stabil und sehr leistungsfähig:

  • Volle 150 MBit/s Bandbreite störungsfrei
  • Das DSL-Modem im Nebenhaus liefert Internet mit 8/1 MBit/s und diese 8/1 MBit/s war über die Richtfunkstrecke nun auch für die Familie verfügbar.
  • Die Freude war groß und ich gab noch letzte Infos zur Sicherheit bei der Installation der Antennen und Übergabe in den Router innerhalb vom Haus.

REALITÄT: Die zukünftige elektromagnetische HF-Belastung der Familie

Ich wäre ein schlechter Baubiologe, wenn ich den entscheidenden Trumpf – DIE REALITÄT – nicht ausspielen würde. Ich bat den Vater der Familie die Antenne auszuschalten beim Haus 1. Ich tat gleiches beim Haus 2. Ein Familienmitglied stellte sich neben das Funkpanel und ich führte eine Körperankopplungsmessung OHNE zusätzliche Belastung durch die Richtfunkstrecke durch. Der Belastungswert lag bei ca. 900 µVolt Belastung außerhalb des Hauses. Dies schon alleine durch die bestehende Funkabdeckung in der Gemeinde. Bereits dieser Wert liegt um den Faktor 30 über dem baubiologischen Gesundheitslimit welches wir anstreben. Dann wurden beide Antennen eingeschaltet und die Messwerte explodierten im wahrsten Sinne. Die elektromagnetische Funkbelastung überschritt den mit der Feldsonde maximal messberen Bereich von 2.000 µVolt umgehend.

Konfiguration der WDS Funkstrecke
Konfiguration der WDS Funkstrecke

Ich erklärte daraufhin die dringend notwendigen Schirmungsmaßnahmen (Reflektionstechnik) für die beiden sehr belasteten Hauswände (an welchen die Antennen installiert werden) um eventuelle gesundheitliche Auswirkung auszuschließen. Das Fragezeichen in den Augen der Familie wurde von Minute zu Minute größer; ob dies Ganze wirklich eine gute Idee ist? Als nächstes teile mir die Mutter mit, das die zweite Tochter schon seit vielen Monaten große Schlafprobleme hat und das Wasserbett (elektrische Heizung) bereits entfernt wurde, wodurch es etwas besser wurde, jedoch gefühlt noch lange nicht gut. Die Hauswand mit der Antenne wäre auch die Außenwand des Schlafzimmers der Tochter – no way!

Ich ließ daraufhin die Mutter in das Bett der Tochter liegen und prüfte die induktive elektrische Feldbelastung durch Hausstrom (Wechselstom) und die vorhandere Funkstärke. Ein elektrisches Feld von beinahe 1.300 Volt pro Meter waren das Ergebnis, ausgelöst durch den Stromkreis des angrenzenden Badezimmers. Durch die gezielte Abschaltung des Badezimmer-Stromkreises im Sicherungskasten reduzierte sich diese Belastung umgehend auf 0 Volt pro Meter dh. keine Belastung mehr messbar.

Antennen für Richtfunk sind vom technischen Aufbau her von Hersteller zu Hersteller etwas unterschiedlich, sowohl in Hardware wie auch in Software. Auf die Dosis der produzierte elektromagnetischen Strahlung hat dies jedoch nur unwesentlich Auswirkung. Solange Mikrowellentechnik verwendet wird, wird hohe EMF-Strahlung produziert und damit Belastung im Bereich der Hochfrequenz, auch wenn diese im gesetzlich erlaubten Rahmen liegt.

FAZIT zur 150 MBit/s WDS Funkstrecke und was daraus wurde

Innerhalb von nur 2 Stunden erkannte die Familie die bestehende Problematik elektromagnetischer Belastungen. Eine sehr wichtige Erkenntnis, gibt diese durchaus Antworten auf viele bekannte Symptomatiken. Zudem sprechen wir Baubiologen ausschließlich von technischen Fakten. Ich kombiniere dies mit 4 Jahren persönlicher Erfahrung in der Elektrobiologie und über 30 Jahre Forschung, Entwicklung und Studien der GEOVITAL Akademie.

Interner Testlauf mit den Antennenpanelen
Interner Testlauf mit den Antennenpanelen

Diese gewünschte 5 GHz Funkstrecke mit 150 MBit/s war inzwischen „vom Tisch“ und kein Thema mehr. Der Aufwand zur Grabung und Verlegung eines Erdkabel mutierte zum „Das ist eigentlich gar kein so großer Aufwand, ich weiß sogar schon wie ich das mache.„. Die Grabungsarbeiten beginnen in Kürze und ein CAT 7 Verlegekabel mit beidseitigem Blitzschutz wird eingezogen. Durch die CAT 7 Verkabelung kann die Hausstrom-Leerverrohrung vom Neubau genutzt werden. Allerdings muss der Elektriker sofort kommen um die Installation eines Netzfreischalters in den Stromkreis vom Badezimmer vorzunehmen.

Ich freute mich sehr über diese wichtige und richtige Entscheidung zum Internet über die strahlungsfreie Alternative eines Netzwerkkabels. Sollte die Familie mit dem Anschluss selbst noch Probleme haben, so werden sie mich zwecks Unterstützung anrufen. Dies sollte jedoch kein großes Problem darstellen, ist es im Endeffekt doch nur das Anstecken am DSL-Modem. Auch die Kabellänge von 100 Metern wird nicht überschritten, wodurch kein zusätzlicher Signalverstärker notwendig wird.

Weitere Vorteile der Kabelverbindung sind GESCHWINDIGKEIT (Gigabit statt Megabit) und höchstmögliche DATENSICHERHEIT. Einfach perfekt!

Was mir indirekt auch gelungen ist, ist der Schutz der angrenzenden Nachbarn. Weitere Häuser hätten unfreiwillig eine permanente Dosis „zusätzlicher Funkstrahlung“ abbekommen, ohne es zu wissen. Sollte es bereits bestehende Krankheitsbilder und Symptomatiken geben, so werden diese vermutlich nicht mit elektromagnetischen Belastungen in Verbindung gebracht – weder jetzt noch zukünftig. Leider denken nur die wenigsten Personen beim Wunsch nach mobiler Internetnutzung an die automatisch mitbetroffenen Nachbarn, egal ob diese gesundheitliches Interesse an einem elektrosmogreduzierten zuhause haben oder nicht.

Manchmal freut es unverrichteter Dinge wieder gehen zu dürfen. Bevor ich losfuhr sagte der Vater noch zu mir: „Dietmar, soooo stimmt das aber nicht. Zwar technisch unverrichtet doch reich an wertvollen Informationen. Von Herzen, Danke!

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LINK zum Thema

» Typische Symptome bei EMF-Strahlenbelastung

» Mobiles Internet und was es nicht ist

» Selbst gemacht – Schutz für Hochfrequenz (FUNK)

» Abschirmfarbe zum Schutz vor Elektrosmog durch STROM und FUNK

 

Überprüfung der Antennenfunktion
Überprüfung der Antennenfunktion
Paketinhalt vom TP-LINK TL-WA7510N
Paketinhalt vom TP-LINK TL-WA7510N
PoE Adapter vom TP-LINK TL-WA7510N
PoE Adapter vom TP-LINK TL-WA7510N
Antennenanschluss vom TP-LINK TL-WA7510N
Antennenanschluss vom TP-LINK TL-WA7510N
Überprüfung der Antennenfunktion
Überprüfung der Antennenfunktion
Konfiguration der Antennen zum WDS Bridging
Konfiguration der Antennen zum WDS Bridging

    Autorenkommentar / Review

    Wenn ein FUNK-Strahlenjäger den Auftrag erhält eine Funkstrecke oder eine WLAN-Wolke aufzubauen oder wie in unserem Fall, eben schlußendlich keine baut, kann nur etwas spezielles daraus werden, mit Gewinn für alle!

    Benutzer Bewertung: 3.96 ( 8 Stimmen)
    Sichworte

    Dietmar

    Dietmar ist der Baubiologe und Techniker von PROnatur24. Er befasst sich intensiv mit den Auswirkungen von Elektrosmog auf den Menschen und untersucht fortlaufend die Möglichkeiten technischer Abschirmung.

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