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Die 5 besten Pflegetipps für dauerhaft gesunde Zähne

Richtige Zahnpflege verhindert Erkrankungen

Dass morgendliches und abendliches Zähneputzen für gesunde Zähne wichtig ist, dürfte den meisten Menschen klar sein. Die wenigsten aber wissen, dass für eine dauerhafte Gesundheit des Zahnraumes noch weitere Maßnahmen empfehlenswert sind.

1. Zähneputzen zur richtigen Zeit

Das mit dem zweimaligen täglichen Zähneputzen stimmt schon. Und auch „morgens und abends“ ist ein richtiger Orientierungspunkt. Es kommt allerdings auch auf den genauen Zeitpunkt an, denn der kann darüber bestimmen, ob der Zahn auch wirklich früh genug gesäubert wird und Bakterien so keine Chance haben, ihn zu beschädigen.

Lange Zeit rieten Experten immer wieder dazu, gerade nach dem Essen von zuckerhaltigen oder säurehaltigen Lebensmitteln eine Pause zu machen, bevor die Zahnbürste zum Einsatz kommt. Es hieß, dass Säure und Zucker Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen würden, die der Vorgang des Zähneputzens zusätzlich verschlimmern würde. Diese Empfehlung aber ist kritisch zu beurteilen. Denn die Vorteile des Putzens direkt nach dem Essen überwiegen letztlich. Wer saubere Zähne hat, geht hinsichtlich der Zahn- und Mundhöhlengesundheit auf Nummer sicher.

Wie lange die Zähne geputzt werden sollten ist übrigens nicht klar definiert. Manchmal heißt es, drei Minuten, manchmal zwei Minuten oben und unten und zwei Minuten vorne und hinten. Allerdings kommt es vielmehr darauf an, wie viele Zähne sich schon, bzw. noch im Mund befinden, wie die Technik beim Putzen ist und welche Hilfsmittel verwendet werden. Grob sollte sich an einer Putzzeit zwischen zwei und fünf Minuten orientiert werden.

2. Mit der richtigen Bürste und der richtigen Zahnpasta putzen

Kinder sollten zunächst lernen mit Handzahnbürsten ihre Zähne zu putzen. fotolia.de ©Kzenon (#55829277)
Kinder sollten zunächst lernen mit Handzahnbürsten ihre Zähne zu putzen.
fotolia.de ©Kzenon (#55829277)

Um beim Thema Hilfsmittel zu bleiben: Welche Zahnbürste ist die Beste für wen und welche Zahnpasta sollte verwendet werden?

Die Auswahl in Drogeriemärkten, Apotheken und Supermärkten kann schnell überfordern: weiche, mittlere und harte Bürstenköpfe, austauschbare Bürsten, elektrische Bürsten und unzählige Zahnpastatuben mit diversen erfolgsversprechenden Inhaltsstoffen. Im Grunde ist vieles davon nur Marketing – manche Bürsten sehen besonders gesund aus, manche besonders cool. Und damit sprechen sie unterschiedliche Zielgruppen an, die den Fehler begehen, mehr auf die Optik, als auf den Nutzen zu achten.

Wichtig ist bei Bürsten nämlich eigentlich nur, dass sie die Zähne möglichst gründlich reinigen. Gerade für ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, die nicht mehr ganz so geschickt sind, eignen sich daher elektrische Zahnbürsten am besten. Sie erleichtern und unterstützen ganz von alleine bestimmte Bewegungen, die notwendig sind, um wirklich alle Bereiche des Zahnraumes zu erreichen. Da die Bürstenköpfe rotieren und vibrieren sind die eigenen Bewegungen, die mit den Handgelenken und Armen geleistet werden müssen nicht mehr ganz so anstrengend.

Kinder allerdings sollten zunächst den Umgang mit Handzahnbürsten lernen. Nur wer weiß, wie und warum bestimmte Stellen im Mund gereinigt werden sollen, kann auch später mit der elektrischen Bürste gründlich putzen. Mit einem kleinen Bürstenkopf fällt es Kindern übrigens leichter an alle Bereiche im Mund gut heranzukommen.

Bei der Zahnpasta gilt es, auf Feinheiten zu achten: viele handelsübliche (auch markenbekannte) Zahnpasten enthalten Fluorid, welches vor Karies schützt. Allerdings mehren sich zunehmend auch Nebenwirkungen sprich unangenehme Leiden die mit Fluoriden in Verbindung gebracht werden . Gerade bei Cremes für Kinder ist darauf zu achten, dass davon nicht mehr als 500 ppm (= parts per Million) enthalten ist. Für Erwachsene ist eine Grenze bei etwa 1450 ppm zu ziehen. Weiterhin ist auf den RDA-Wert zu achten. Er beschreibt, wie enorm eine Zahnpasta die Zähne abreibt, also wie grob die Putzkörper in der Creme sind. Bei Standard-Zahnpasta liegt der Wert zwischen 40 und 70 RDA. Gerade Weißmacher-Zahncremes haben oftmals mehr als 100 RDA, was den Zahnschmelz beschädigt und daher gerade für den Dauergebrauch ungeeignet ist.

3. Die Prophylaxe und ihr Sinn und Zweck

Um beim Thema Hilfsmittel zu bleiben: Welche Zahnbürste ist die Beste für wen und welche Zahnpasta sollte verwendet werden?

Dass bei noch so guter privater Zahnpflege trotz allem ein regelmäßiger Zahnarztbesuch fällig wird, lässt sich nicht vermeiden. Diese Routinekontrollen und kleineren Behandlungen sollten ein selbstverständlicher Teil jeder normalen und gesunden Zahnpflege sein. Und Angst haben muss davor auch niemand. Denn die gewöhnliche Prophylaxe zweimal jährlich ist in der Regel nicht schmerzhaft und beugt vielen Erkrankungen vor. Außerdem werden die beiden Untersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – es gibt also nichts zu verlieren.

Nicht nur können bei der Prophylaxe mögliche Anzeichen von Karies gesehen werden, auch Erkrankungen des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut, die vielleicht nur der Experte diagnostizieren und frühzeitig erkennen kann, werden dabei entdeckt. Beispielweise kann gerötetes Zahnfleisch für den Zahnarzt ein Hinweis auf Gingivitis, die Zahnfleischentzündung sein. Auch gutartige Zahnfleischwucherungen, die eines Tages vielleicht Beschwerden verursacht hätten, kann ein Zahnarzt frühzeitig erkennen.

Empfehlen Zahnärzte nach der Prophylaxe Folgebehandlungen, wie die Entfernung von Zahnstein oder gar wichtigere Behandlungen, sollten dem Rat des Experten vertraut werden. Denn gerade größere Maßnahmen, wie Wurzelbehandlungen können, so unangenehm sie machmal auch sein mögen, vor schlimmen Folgen schützen. Wird entzündetes Gewebe im inneren eines Zahnes nicht behandelt und dringen Bakterien in die feinen Wurzelkanäle des Zahnes ein, kann es zu Entzündungen im ganzen Körper kommen – es drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden. Um beim Beispiel der Wurzelbehandlungen zu bleiben: in 80% aller Fälle sind die Behandlungen hierbei erfolgreich und weitere Erkrankungen können verhindert werden. Die Chance, die Zähne mit einem Zahnarztbesuch zu erhalten, sollte also unbedingt genutzt werden.

Damit jeder Mensch zur Vorbeugung von Zahnproblemen oder der akuten Behandlung von Erkrankungen der Zähne die Möglichkeit hat, in professionelle Hände zu kommen, bieten übrigens inzwischen auch einige Flüchtlingsheime und Erstaufnahmestellen zahnärztliche Behandlungen an. Seit Ende März 2016 wird so zum Beispiel in der Landeserstaufnahmestelle Sigmaringen (DE) von einer Zahnarztpraxis an zwei Halbtagen die Woche behandelt. Damit soll eine Entlastung für niedergelassene Ärzte erfolgen.

4. Richtig essen und richtig kauen

Dass die falschen Lebensmittel und vor allem zu viel von ihnen zu schlechten Zähnen führt, ist keine Neuigkeit. Gerade Süßigkeiten und alles, was viel Zucker enthält, sollte in Maßen genossen werden, bzw. sind die Zähne im Anschluss an das Genasche direkt zu putzen. Denn Süßes ruft viele angriffslustige Plaquebakterien auf den „Speiseplan“, die sich über die gesunden Zähne hermachen. Vor allem Kinderprodukte enthalten oft viel Zucker, da die Kleinen den süßen Geschmack nun einmal lieben und längst nicht so reflektiert mit ihren Essensgewohnheiten umgehen können, wie Erwachsene. Eine Alternative sind zuckerfreie Knabbersachen, die sich vor allem in Reformhäusern, Biomärkten oder Apotheken zahlreich finden.

Wer nicht immer eine Zahnbürste mit sich herumtragen möchte und dennoch gerne zwischendurch etwas nascht, kann sich mit zuckerfreien Kaugummis behelfen. Vor allem die angeregte Speichelproduktion spült dabei den Mundraum und die Zähne durch und schützt dabei vor Karies & Co.

Ebenfalls zu empfehlen sind „kauaktive Nahrungsmittel“, wie Möhren, Nüsse oder Äpfel, die auch den Speichelfluss anregen und die Zähne härten. Ballaststoffreiche Ernährung im Allgemeinen wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Zähne aus.

5. Zahnseide und Interdentalbürsten verwenden

Nur mit Interdentalbürsten oder Zahnseide lassen sich auch die Bakterien in den Zahnzwischenräumen gründlich entfernen. fotolia.de ©Kalim (#83424220)
Nur mit Interdentalbürsten oder Zahnseide lassen sich auch die Bakterien in den Zahnzwischenräumen gründlich entfernen. fotolia.de ©Kalim (#83424220)

Der Mythos um Zahnseide und Interdentalbürsten zur Unterstützung einer dauerhaften Zahngesundheit fußt auf einer realen Tatsache: wer nur mit normalen Zahnbürsten an seine Zähne geht, reinigt auch nur die grobe und freiliegende Oberfläche, die etwa 70% der Zähne ausmacht. Die restlichen 30% der Zähne sind nur mit erwähntem „Spezialwerkzeug“ zu erreichen.

Die langen und dünnen Borsten der Interdentalbürsten, sowie die dünne Seide, ermöglichen es, tiefer in die Zahnzwischenräume zu gelangen, um die dort abgelagerten Bakterien zu entfernen. Gerade Zahnseide lässt sich auch immer unterwegs in einer Toilette verwenden und kann mitunter auch als besserer Zahnstocher dienen. Im Übrigen sollte für die Reinigung jedes Zahnzwischenraumes ein frisches Stück Zahnseide verwendet werden. Bei der Reinigung bleiben Beläge und Bakterien nämlich an der Zahnseide haften und bringt diese bei doppelter Benutzung im ungünstigsten Falle in andere Zahnbereiche.

Letztlich lässt sich die Zahngesundheit tatsächlich nur mit umfassender Pflege aufrechterhalten. Wer sich allerdings an die Pflegeroutine gewöhnt, wird nach einiger auch keine Mühe mehr damit haben.

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